Maschinenanlagen der U-Bootfamilie

 Was für ein Motor treibt eigentlich so ein U-Boot an?

  Auf diese Frage möchten wir hier mal etwas näher eingehen.
  Denn in ihrem recht Kurzen Leben haben die Loks der U-Bootfamilie
  sehr oft ihren Motor gewechselt.

  Begonnen hat alles mit dem Motor M820 SR , welcher als Lizensbau der
  Firma Maybach in Rumänien gebaut, und eingebaut wurde.
  Dieser Motor hatte eine Leistung von 1350 PS, und kam wie in allen
  U-Booten 2 mal vor.
  Da diese Motoren in keiner Weise den Anforderungen entsprachen, wurden
  sie recht schnell durch die in der DDR üblichen 12KVD 21 AL 4 Motoren aus Johanisthal ausgetauscht,
 welche in allen Dieselhydraulischen Schienenfahrzeugen der
  Leistungsklasse ab 600PS verbaut wurden.
  Dieser Motor hatte mehr Ölinhalt , und Nachteilig auch etwas mehr
  Dieselverbrauch.
  Dafür war der Ölverbrauch um einiges Geringer!
  Speziel der Motor der 119/219 hatte damit wieder 2 mal 1350PS.
  Besonderheit war außerdem, daß nun der Kraftstoff indirekt in den Motor
  eingesprizt wurde.
  Auch der Druck des einspitzens wurde gesenkt
  (von 180/190 bar, auf 150/170 bar)
  Der 12KVD 18/21 AL4 wurde in alle 119 eingebaut (Ausnahmen; 119 001,
  002, 008, 011, 019, 031, 033, 058, 094, und 140).
  Auch 3 119er, welche noch vor der Wende Verschrottet wurden, erhielten
  diese Motoren, waren aber in Unfälle verwickelt, sodaß sie verschrottet wurden.


  Als dann ab 1985 die Leistungsgesteigerte Variante, der
  12KVD 21 AL5 Motor zur Verfügung stand, wurden alle Fahrzeuge auf diesen
  Motor umgerüstet.
  Hier wurde die Leistung auf 2 mal 1500PS hinaufgesetzt.
  Das Einspritzverfahren blieb gleich, nur der Druck war wieder etwas
  geändert ( jetzt zwischen 150 bar und 160 bar).
  Mit diesen Motoren fuhren alle 219 (bis auf unten noch aufgezählte
  Ausnahmen) bis zum Dienstende durch die Lande.
 


  12KVD 18/21 AL5 Motor





  Anders verlief es für die Baureihe 229!
  Sie bekamen schicke, neue und kleinere MTU Motoren, welche unter der
  Bezeichnung 12V 396 TE14 geführt werden.
  Hierbei hatte jeder der beiden Motoren eine Leistung von 1686 PS.
  Bei diesem Motor kam auch wieder die Direkte Einspritzung vor!
  Mit diesem Motor war die 229 dafür ausgerichtet, 140 km/h zu fahren.
  Ihr Kraftstoffverbrauch liegt auch Deutlich unter dem der 219.
  Im Gegensatz zu allen anderen Umbauten hat die 229 eine viel höhere
  Elektrische Zugheizleistung, nämlich 800kW (219 normal: 500kW)
  Trotz des recht leichten Motors hat die Lok ein Gewicht von 103 Tonnen,
  welches daß höchste der Baureihenfamilie 119 ist (Ursprungsform : 99t)



  MTU Motor der 229






  Zu letzt sei noch der "Sonderling" 219 158 angesprochen.
  Er weicht sehr stark durch die Unterschiedliche Leistung der beiden Motoren
  ab.
  Beide Motoren haben eine Leistung von 1500 kW.
  Das Antriebssystem ist so konzipiert, da Motor 2 den Heizgenerator mit versorgen
  muss, wobei bei der 119/219/229 sonst alle Fahrzeuge so aufgebaut sind, daß beide Motoren
  den Heizgenerator versorgen!
  Mit ihrer Anfahrtzugkraft von 300kN ist diese Motorform die Stärkste, die im
  U-Boot verbaut wurde (119/219/229: 205-276kN).
  Auch die Dauerzugkraft ist hier mit 200kN sehr hoch
  (119/219/229: 160-180kN).
  Von der Gesamtleistung ist mit 3605 PS die Höchste Leistung erreicht...
  Auch Gewichtlich liegt der Motor mit seinen 4,4Tonnen ungefär im Mittelfeld
  (219 Modernisierrt:5,7t; 119 Ursprung: 3,8t).
  Nur die Elektrische Zugleistung ist mit 430kW die Niedrigste dieser
  Baureihenfamilie!



  Motor der 119 158




  Alle U-Boote haben einen Kraftstoffvorrat von 4000l, und einen Sandvorrat von 320kg!


  Damit dürftte die Anfangsfrage beantwortet sein!