Entwicklung

Die Entwicklung der LDH-240 ( BR 119 )

Ende des Jahres 1973 fanden in Berlin Beratungen zur Beschaffung von Lokomotiven und Triebwagen im Zeitraum von 1975-1980 aus der SSR ( Sozialistische Republik Rumänien ) statt. Zu dem Zeitpunkt der Beratungen, war ein Bedarf von 280 Diesellokomotiven mit einer Achslast von 16 Tonnen und elektrischer Zugheizung in den kommenden Jahren erkennbar. Dabei machte die DDR noch einmal deutlich, daß die Maschinen mit Motoren und Strömungsgetrieben aus DDR-Fertigung geliefert werden sollen.

Die rumänische Seite stimmte dem zu und gab eine Liefergrafik aus, welche in Kraft treten würde, wenn kurzfristig ein Vertrag abgeschlossen wird.

 
I. Quartal 1974: Technisches Projekt
III. Quartal 1974: Fertigstellung der Dokumentation, Zulieferung von Dieselmotor und Strömungsgetriebe für zwei Baumuster 

II. Quartal 1975: Fertigstellung der zwei Baumuster
III. Quartal 1975: Erprobung in der SRR und der DDR

 

Mit abgeschlossener Erprobung, wäre es seitens der SRR möglich, 70 bis 80 Maschinen pro Jahr zu liefern. Dabei erklärte sich die SSR bereit, die Einheitlichkeit zu wahren und die 16 Mp-Achsgetriebe nach den Dokumentationen für die 119 zu fertigen.

Die DR hatte vor, noch 1975 zwei Prototypen zu beschaffen, ein Jahr darauf eine weitere Nullserie von 8 Maschinen. Dies trat nur auf dem Papier ein. Fortan sollten von 1978 bis 1981 rund 65 Serien-Maschinen geliefert werden.

Nach den ersten preisangeboten, sollte der Stückpreis pro Lok bei 398.000 Rubel liegen und somit rund 80.000 Rubel teurer, als die russische BR 132. Die DR wollte dies so nicht akzeptieren.

Dies lag zum Teil daran, daß die DDR zu viel Geld für die Lieferung der Dieselmotore und Getriebe der SSR abverlangte. 1974 schließlich zog der VEB Kühlautomat Berlin sein Angebot zurück. Die Kapazitäten reichten nicht aus, um solch eine Vielzahl an Maschinenanlagen zu liefern. Darüber hinaus mußte der Ersatzteilvorrat auch bewältigt werden. Dies war zu der Zeit nicht möglich.

1973 wurde zwischen der DR und dem Bukarester Hersteller der Vertrag für die technischen Bedingungen unterzeichnet. Bis dahin war jedoch offen, wie die elektrische Zugheizanlage auszusehen hat, da die DR eine solche Anlage forderte, die einen Blindleistungsaustausch gewährleistete und den Betrieb von Klimaanlagen im Wagenpark zulies.

Trotz weiterer Preisdiskussionen und einem Entgegenkommen, reichte es nicht zu einer Unterzeichnung eines Liefervertrages.

Die MECANO EXPORTIMPORT stellte das Angebot Nr. 7341-210 B vor. Darin hieß es, daß das Fahrzeug in 270 Einheiten geliefert wird, wovon jede 342.000 Rubel kosten sollte.

Technisch sah die Lok etwas anders aus: Zwei Maschinenanlagen vom Typ MB 820 Dc mit 1.100 PS Leistung, welche über Strömungsgetriebe vom Typ KAT III GS 30/5,5 A auf die Schiene gebracht werden. Die Heizleistung sollte ein weiterer Dieselmotor mit einer Leistung von 550 PS leisten.
Die DR stimmte diesem Angebot nicht zu.

Zwischenzeitlich fanden neben der Preisdiskussion der LDH-240 auch Diskussionen über den Preis von 5.000 Güterwagen an. Durch die Einigung auf eine langfristige Lieferung von Güterwagen, konnte man sich bei der LDH-240 auf einen Stückpreis von 333.000 Rubel pro Maschine einigen. Dabei sollten die Maschinen komplett in der SRR gefertigt werden. Ausnahmen stellten hierbei die erwähnten Strömungsgetriebe und Dieselmotoren dar.

Vom 13. bis 18. Oktober 1974 konnten dann endlich zwei Verträge unterzeichnet werden.
Einmal über eine Lieferung von 205 Maschinen und einen Zusatzvertrag über eine zusätzliche Abnahme von 65 Maschinen. Geliefert wurden jedoch lediglich 200 Maschinen, der Zusatzvertrag wurde leider storniert.